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Rechtsraum und Schulsystem einstellen ​

Bevor Sie Personen anlegen, sagt Prilog Ihnen eine Frage zu stellen: unter welchem Recht und in welcher Schulform Ihr Haus arbeitet. Diese Seite erklärt, was die einzelnen Einstellungen bewirken — und welche davon später nicht mehr geändert werden sollten.

Eines vorweg

Zwei dieser Einstellungen entscheiden, welche Daten Prilog überhaupt findet. Wer sie nachträglich umstellt, sieht keine Fehlermeldung — er sieht leere Listen. Deshalb stehen sie ganz am Anfang der Einrichtung und werden danach festgeschrieben.

Wo: Einstellungen › Stammdaten — alle Auswahlen stehen oben, über der Landkarte.


Rechtlicher Rahmen ​

Was Sie wählen: unter welchem Datenschutzrecht Ihr Haus steht.

DeutschlandSchweiz
GrundlageDSGVO / BDSGrevDSG
AufsichtBfDIEDÖB
Frist bei einer Datenpanne72 Stundenkeine Zahl — „so rasch als möglich"
Einwilligung Minderjährigerab 16 Jahren selbstnach Urteilsfähigkeit, keine feste Grenze

Was das im Alltag ändert: Wenn ein Datenschutzvorfall angelegt wird, erzeugt Prilog sieben Pflichtschritte. Unter deutschem Recht bekommt die Meldung an die Aufsicht ein Fälligkeitsdatum in 72 Stunden. Unter Schweizer Recht bekommt sie keines — weil das Gesetz keine Frist nennt und eine erfundene Zahl wie Recht aussähe.

Das ist keine Rechtsberatung

Die Pakete geben wieder, was in den geprüften Unterlagen steht. Eine juristische Prüfung ersetzen sie nicht. Das steht auch in der Oberfläche.


Schulsysteme dieses Hauses ​

Was Sie wählen: welches Bildungssystem gilt — und davon dürfen es mehrere sein.

Vier stehen bereit: Deutschland (6 Bildungsgänge), Österreich (10), Schweiz – Deutschschweiz (6) und die USA (5). Klappen Sie ein System auf, dann sehen Sie, was darin steckt: jeder Bildungsgang mit seinen Jahrgängen, seiner Gruppenform, seinen Fächern, Zügen und Abschlüssen.

Warum mehrere? Ein Haus kann zwei Schulsysteme nebeneinander führen — ein Internat mit schweizerischem und angelsächsischem Zweig ist ein realer Fall. Die Alternative wäre ein zweiter Mandant, und das hiesse: getrennte Konten, getrennte Chats, jedes Kind zweimal.

Pädagogische Prägung ​

Darunter liegt, was quer zu allen Ländern gilt: Waldorf und Montessori. Eine Prägung legt sich über ein Schulsystem und ergänzt es — Eurythmie, Epochen, Textzeugnisse bei Waldorf; altersgemischte Gruppen bei Montessori.

Die Prägungen hängen an Altersstufen, nicht an Jahrgangsnummern. Deshalb funktionieren sie in jedem Land: Das Klassenspiel der 8. Klasse landet in Deutschland auf g8, in Österreich auf s8, in der Schweiz auf h10 — überall das achte Schuljahr.


Art der Einrichtung ​

Was Sie wählen: Tagesschule, Internat oder Volkshochschule. Die drei sind grundverschieden gebaut — vor allem im Tag.

TagesschuleInternatVolkshochschule
Der Tagzwischen erster und letzter Stundevom Frühstück bis zur Andachtkein Tagesrhythmus
Zeitrasternur Unterrichtsstundenzusätzlich Bänder davor und danachKurse abends, am Wochenende

Im Internats-Modus bietet das Zeitraster an, Bänder vor der ersten und nach der letzten Stunde anzulegen: Frühstück, Putzdienst, Andacht, Mittagstisch, Lernzentrum, Abendessen, Familienabend, Stillstunde.

Bei Volkshochschule graut die Stammdaten-Landkarte fünf Kacheln aus, die dort keinen Gegenstand haben — Klassenbetreuung, Stundentafel, Stammräume, Deputate, Schülerakten. Sie verschwinden nicht, sondern sagen, warum sie nicht gemeint sind.


Was trägt den Unterricht? ​

Was Sie wählen: ob Ihr Haus in Klassen oder in Kursen und Wohngruppen organisiert ist.

Diese Einstellung ist die folgenreichste von allen, weil sie ändert, wonach Prilog überhaupt sucht:

KlassenKurse und Wohngruppen
Die Landkarte sagt„Klassen", „Klassen mit Verantwortung"„Wohngruppen und Kurse", „Gruppen mit Betreuung"
Gezählt werdenEinschreibungenBelegungen
Fehlzeiten fragen nachKlassenKursen
Klassen-Topologiesichtbarausgeblendet

Nicht nachträglich umstellen

Stellt eine Schule mit 114 Einschreibungen auf „Kurse" um, werden diese 114 Zeilen nicht gelöscht — sie werden unsichtbar. Die Klassenlisten sind leer, die Fehlzeiten finden nichts, die Schule sieht aus, als hätte sie keine Schüler. Zurückstellen heilt es; in der Zwischenzeit angelegte Kurse bleiben aber als zweite halbe Wahrheit stehen.


Sprache des Hauses ​

Was Sie wählen: in welcher Sprache Prilog schreibt, wenn es die Sprache einer Person nicht kennt.

Die Reihenfolge ist immer: Sprache der Person → Sprache des Hauses → Deutsch. Eine französischsprachige Familie bekommt ihre Passwort-Mail auf Französisch, auch wenn die Verwaltung sie deutschsprachig ausgelöst hat.


Fehlzeiten und Absentismus ​

Zwei weitere Einstellungen gehören zum rechtlichen Rahmen, stehen aber bei den Fehlzeiten:

Nachweisregeln — ob überhaupt ein Nachweis verlangt wird, wie lange die Familie Zeit hat, und ab wie vielen Tagen ein ärztliches Attest nötig ist (Vorgabe: ab 3 Tagen).

Absentismus-Ordnung — nach welcher behördlichen Ordnung Schulversäumnis verfolgt wird. Ohne Eintrag ist das Verfahren aus. Derzeit liegt eine Ordnung vor: Hamburg 2024, mit ihren Ampelstufen, Schwellen und Meldewegen (ReBBZ, Zentrales Schülerregister). Eine Schule ausserhalb Hamburgs sollte sie nicht wählen — sie würde Meldungen an eine Stelle vorbereiten, die für sie nicht zuständig ist.

Nachweisregeln dürfen sich ändern

Anders als die Einstellungen oben: Was die Schulkonferenz beschliesst, ändert sich real. Senken Sie eine Attestpflicht aber nicht rückwirkend — sonst bekommen Familien Mahnungen für etwas, das gestern in Ordnung war.


Was nach der Einrichtung festgeschrieben wird ​

Nicht alle Einstellungen sind gleich gefährlich. Geplant sind drei Klassen:

EinstellungenRegel
HartWas trägt den Unterricht · SchulsystemeNach der ersten Einschreibung nicht mehr änderbar
WeichRechtsraum · Absentismus-Ordnung · Art der EinrichtungÄnderbar, solange nichts daran hängt; danach nur mit Begründung im Protokoll
OffenNachweisregeln · Klassen-Topologie · SpracheBleiben jederzeit änderbar

Warum nicht alles hart? Ein Freeze, der einen Fehler einbetoniert, ist schlimmer als keiner. Wer beim Einrichten versehentlich Deutschland statt Schweiz wählt, darf nicht dauerhaft unter falschem Recht stehen. Deshalb die weiche Klasse: Das Tor ist zu, aber es hat einen Schlüssel — und jede Benutzung steht im Protokoll.

Die vollständige Analyse mit allen gemessenen Wirkungsorten steht in umsetzung/architektur/voreinstellungen-wirkung-und-freeze-v1.md.


In welcher Reihenfolge ​

  1. Rechtsraum wählen — vor dem ersten Anliegen.
  2. Schulsystem(e) wählen — vor der ersten Einschreibung.
  3. Art der Einrichtung wählen — vor dem ersten Zeitraster.
  4. Was trägt den Unterricht wählen — vor der ersten Klasse oder dem ersten Kurs.
  5. Sprache setzen, wenn Ihr Haus nicht deutschsprachig ist.
  6. Erst danach: Schule aufsetzen — Schritt für Schritt.