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Wer Chat-Räume anlegen darf

Kurz: Chat-Räume entstehen in Prilog — nicht daneben. Neue Installationen bringen dafür ein Synapse-Modul mit, das die Nebenwege schließt. Für die Schule ändert sich im Alltag nichts: Direktnachrichten laufen weiter, und alles, was Prilog anlegt, wird angelegt.

Nicht zu verwechseln

Diese Seite handelt von Chat-Räumen (Spaces, Klassenchats, Direktnachrichten). Die Raum-Liste in den Einstellungen meint die physischen Räume der Schule — Klassenzimmer, Fachräume, Flure. Zwei verschiedene Dinge, die im Deutschen leider gleich heißen.

Das Problem, das damit verschwindet

Unter Prilog arbeitet ein Matrix-Server (Synapse). Der kennt die Schule nicht — er kennt nur Konten und Zimmer. Von Haus aus darf dort jedes Konto einen eigenen Raum anlegen, wen es will einladen und einen öffentlichen Namen vergeben. Wer sich mit den Zugangsdaten aus Prilog in einem fremden Matrix-Programm anmeldet (Element und andere), konnte genau das tun.

Solche Räume kennt Prilog nicht. Sie tauchen in keiner Übersicht auf, gehorchen keiner Rollen-Regel, verschwinden nicht, wenn die Klasse aufgelöst wird, und niemand kann sie einer Aufsichtspflicht zuordnen. Für eine Schule ist das kein theoretisches Problem.

Die Grundregel dahinter steht im Prilog-Manifest: Prilog hält die Wahrheit, angeschlossene Systeme sind Projektionen. Ein Nebenweg, der Zimmer erzeugt, die Prilog nicht kennt, widerspricht dem.

Was das Modul tut

Es schließt sechs Türen — und lässt Prilogs eigene Dienstkonten hindurch:

TürVorherJetzt
Raum anlegenjedes Kontonur Prilog
Jemanden einladenjedes Kontonur Prilog
Per E-Mail einladenjedes Kontonur Prilog
Einem Raum beitretenjedes Kontonur mit Einladung
Öffentliche Adresse vergebenjedes Kontonur Prilog
Raum im Verzeichnis veröffentlichenjedes Kontonur Prilog

Es liest keine Nachrichten, filtert keine Inhalte und moderiert nichts. Es sagt nur, wer anlegen und einladen darf.

Was weiterhin geht

Direktnachrichten. Tippt eine Schülerin unter „Personen" auf eine Mitschülerin, entsteht wie bisher ein Zweiergespräch. Das Modul erlaubt das ausdrücklich — aber nur als echtes Zweiergespräch: genau eine eingeladene Person, kein Name, keine öffentliche Adresse.

Und nur einmal je Raum. Aus einer Direktnachricht kann später keine private Gruppe wachsen: Sobald der zweite Mensch drin ist, ist die Ausnahme für diesen Raum verbraucht. Eine dritte Person einzuladen scheitert — auch Wochen später. Verlässt die andere Person das Gespräch, darf sie erneut eingeladen werden.

Einladungen annehmen. Wer eingeladen wurde, tritt bei wie immer. Die Einladung ist die Entscheidung, und Einladungen kommen aus Prilog.

Alles, was Prilog anlegt. Klassen-Spaces, Gruppen, Konferenzen, Krisenräume, der Klassen-Generator — unverändert.

Was jemand sieht, der es trotzdem versucht

Wer in Element einen eigenen Raum anzulegen versucht, bekommt eine Absage vom Server:

You are not permitted to create rooms

Der Text stammt von Synapse und lässt sich dort nicht ersetzen. In den Prilog-Clients fangen wir die Absage ab und schreiben etwas Verständlicheres.

Welche Installationen es haben

Neu aufgesetzte Schulen bringen es mit. Es ist Teil der Erstinstallation, so wie der Matrix-Connector.

Bestehende Installationen werden nicht automatisch umgestellt. Eine Zugriffsregel ist nichts, was über Nacht als Nebenwirkung eines Updates auftauchen sollte — bei einer laufenden Schule wird sie bewusst eingeschaltet, nach einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Räume.

Vorher wissen, was da ist

Vor dem Einschalten lohnt der Blick in Einstellungen → Matrix (Synapse-Cockpit). Der Konsistenz-Wächter zeigt, welche Zimmer es gibt und welche davon Prilog nicht kennt. Was dort auffällt, klärt man vor dem Einschalten — das Modul verhindert Neues, es räumt nichts auf.

Der Wächter über die Ausnahme

Die Regel kennt eine Ausnahme: Prilogs eigene Dienstkonten dürfen alles. Diese Ausnahme steht als Muster in der Konfigurationsdatei des Homeservers — und dieses Muster ist eine eingefrorene Kopie von Admin-Konto und Matrix-Domain.

Wird eines von beidem umbenannt, schreibt niemand die Datei nach. Prilog verlöre dann das Recht, im eigenen Homeserver Räume anzulegen, und es fiele erst auf, wenn jemand eine Klasse anlegen will.

Deshalb läuft täglich um 04:15 Uhr eine Prüfung, die vier Dinge meldet:

  • das Muster passt nicht mehr zu Admin-Konto und Matrix-Domain,
  • die Dienstkonten fallen nicht mehr unter die Ausnahme,
  • das Modul fehlt in der Konfiguration, obwohl Prilog es als aktiv führt,
  • nicht alle sechs Wege sind geschlossen.

Ein Befund geht als Betriebs-Alarm per E-Mail raus. Wichtig dabei: Ist der Homeserver gerade nicht erreichbar, meldet die Prüfung genau das — und nicht Entwarnung. Ein Wächter, der Schweigen mit Ordnung verwechselt, wäre schlimmer als keiner.

Sofort nachsehen

Nach einer Umbenennung muss man nicht bis zum nächsten Morgen warten: Einstellungen → Matrix fragt denselben Test auf Zuruf ab.

Für Technikerinnen und Techniker

Das Modul heißt synapse-managed-rooms, ist quelloffen (Apache-2.0) und liegt unter github.com/brasilspace/synapse-managed-rooms. Es hängt sich in die sechs Spam-Checker-Rückrufe von Synapse.

Zwei Dinge daran sind erfahrungsgemäß überraschend und stehen deshalb ausführlich im README des Moduls:

  • Ein Server-Admin ist nicht automatisch ausgenommen. Synapse überspringt für Administratoren genau eine der sechs Prüfungen — das Beitreten. Die anderen fünf laufen auch für sie. Die Ausnahme für Prilogs Dienstkonten steht deshalb ausdrücklich in der Konfiguration und wird nicht vorausgesetzt.
  • Der Servername gehört ins Muster. Eine Ausnahme wie @dienst-.*:.* würde bei offener Federation jedem fremden Server erlauben, ein passendes Konto anzulegen und die Ausnahme zu erben. Das Modul verweigert den Start bei solchen Mustern.

Die vollständige Herleitung — samt der Stellen im Synapse-Quelltext — steht im Konzept umsetzung/synapse-modul/synapse-managed-homeserver-konzept.md im Dokumentations-Repository.