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⚠️ Veraltet (Stand 2026-04-30)

Diese Dokumentation beschreibt das alte System vor dem Process-Engine-Refactor (Phase 4.7). Die zugrundeliegenden Tabellen (cascade_*, concept_instances/bausteine, crisis_scenarios/events/tasks, workflow_*) wurden gedroppt. Die hier dokumentierten Routen und Models existieren so nicht mehr.

Aktuelle Architektur: Process-Engine API — eine Engine, mehrere Apps (flow.*, concept.*, crisis.*).

Diese Datei bleibt als historische Referenz erhalten.

Update April 2026 — Notfall ist jetzt eine App

Der Notfall-Button ist seit April 2026 eine toggle-bare Workspace-App. Ein Workspace ohne aktivierte Krisenmanagement-App sieht keinen Notfall-Button (kein roter Punkt oben rechts, kein 5-Tap-Trigger auf Mobile, /notfall-Route deaktiviert).

Aktivieren: Settings → Apps → Krisenmanagement → "Aktivieren" Deaktivieren: dort → "Deaktivieren". Schulen, die eine eigene Krisen-Lösung haben oder den Button nicht brauchen, können ihn so abstellen.

Notfall auslösen

In einem echten Notfall hat niemand Zeit, durch Menüs zu navigieren oder Formulare auszufüllen. Hände zittern, der Blick wird eng, die Sekunden zählen. Genau für diese Momente ist der Notfall-Auslöser in Prilog gebaut: ein Druck — und das System übernimmt den Rest.

Warum überhaupt ein Knopf?

Schulen müssen Krisenkonzepte gesetzlich vorhalten. Aber ein Konzept im Ordner nützt nichts, wenn niemand im Ernstfall noch nachschlagen kann, welcher von fünf möglichen Wegen jetzt der richtige ist. Der Notfall-Auslöser bringt das Konzept in den Moment — als ein Tipp.

Der rote Knopf — wo er wartet

Auf dem Computer

Oben rechts in der Kopfleiste, gleich neben dem Profil-Bild, sitzt eine kleine rote Pille mit der Aufschrift „Notfall". Sie ist auf jedem Bildschirm sichtbar — egal ob Sie gerade chatten, ein Dokument lesen oder im Kalender planen.

Tastatur-Profis nutzen den Shortcut Strg+Alt+N.

Auf dem Handy

Damit der Knopf im Alltag nicht stört, ist er auf dem Handy unsichtbar. Stattdessen lösen Sie den Notfall durch eine bewusste, schwer versehentlich auszulösende Geste aus:

5 mal in schneller Folge auf die obere Menüleiste tippen.

Innerhalb von etwa einer Sekunde, also wirklich rapsch nacheinander. So schnell tippt niemand zufällig — aber jeder, der im Notfall bewusst handelt.

Schnellzugriff vom Sperrbildschirm (iPhone & Android)

Wenn das Handy im Hosentaschenmodus ist, geht es noch schneller:

iOS-Kurzbefehl einmalig anlegen:

  1. App Kurzbefehle öffnen
  2. ➕ Neuer Kurzbefehl
  3. Aktion suchen: „URL öffnen"
  4. URL eintragen: https://[ihre-schule].prilog.team/notfall
  5. Oben den Namen tippen → „Notfall" + 🚨-Symbol wählen
  6. Zum Home-Bildschirm hinzufügen

Ab sofort öffnet ein einziger Tipp den Notfall-Picker — auch über die Aktionstaste (iPhone 15 Pro+) oder die Tippen-auf-Rückseite-Geste (Einstellungen → Bedienungshilfen → Tippen → Tippen auf Rückseite).

Android Quick-Tile / Verknüpfung:

In Chrome die URL https://[ihre-schule].prilog.team/notfall öffnen → Stern- Symbol → Zum Startbildschirm hinzufügen. Verknüpfung in den Quick-Tiles ablegen, falls Ihr Hersteller das unterstützt.

Privatsphäre

Der Notfall-Knopf am Handy ist absichtlich nicht beschriftet. Schüler:innen die zufällig auf das Handy schauen sollen nicht ahnen können, was der Knopf tut. Lehrkräfte wissen es. Punkt.

Die Szenarien-Auswahl

Nach dem Auslösen erscheint sofort ein Vollbild-Picker mit großen, quadratischen Kacheln. Jede Kachel steht für ein konkretes Szenario Ihrer Schule — vorab vom Admin angelegt. Beispiele:

IconBeispiel-Szenarien
👶Kindeswohlgefährdung
🛡️Amok / Eindringling
🔥Brand
❤️Medizinischer Notfall
🔎Kind vermisst
⚠️Sonstiges

Welche Kacheln sehen wir?

Jede Schule konfiguriert ihre eigenen Szenarien im Admin-Portal — Name, Icon, Schweregrad, Checkliste und externe Notfallnummern. Was hier steht, ist also immer das, was Ihr Krisenstab vorab definiert hat. Sie tippen nicht aufs Geratewohl — Sie tippen auf eine Antwort, die jemand vor Wochen schon durchgedacht hat.

Sie tippen eine Kachel — fertig. Keine Pflichtfelder, keine Bestätigungsdialoge, keine Sicherheitsabfragen.

Der 5-Sekunden-Countdown

Sofort nach dem Tippen erscheint ein leuchtend roter Vollbildschirm mit einem riesigen Countdown:

 5 … 4 … 3 … 2 … 1

Daneben ein riesiger weißer Knopf: ABBRECHEN.

Warum kein „Sind Sie sicher?"-Dialog?

Bestätigungsdialoge sind die schlimmste Form von Sicherheit: sie kosten in echten Notfällen Sekunden, weil Hände zittern und Augen die Knöpfe nicht finden. Sie kosten in Fehlauslösungen einen Klick, weil man im Reflex „Ja" tippt. Der Countdown ist umgekehrt: in der Hektik passiert einfach das Richtige; bei Versehen hat man fünf Sekunden zum Stoppen.

Während des Countdowns können Sie die Auslösung jederzeit mit ABBRECHEN stoppen — der Notfall wird nicht gemeldet.

Sprach-Notiz aufnehmen

Während der fünf Sekunden Countdown können Sie zusätzlich eine gesprochene Notiz anlegen — zum Beispiel „Brand im Chemieraum, oberer Trakt" oder „Kind weggelaufen vom Pausenhof Richtung Hauptstraße". Tippen Sie auf 🎙 Notiz diktieren, sprechen Sie, fertig.

Die Sprache wird live in Text umgewandelt (auf Deutsch) und zusammen mit der Auslösung gespeichert. Das Krisenteam sieht die Notiz sofort im Dashboard.

Warum die Notiz wichtig ist

Wer als erster reagiert, weiß meist mehr als alle anderen. Diese drei Sekunden gesprochener Kontext können den Unterschied machen, ob die Feuerwehr in den richtigen Trakt fährt.

Was passiert nach dem Countdown

Wenn die fünf Sekunden ohne Abbruch verstreichen:

  1. Vibrations-Feedback — das Handy vibriert kurz dreifach (außer bei stiller Auslösung, siehe unten)
  2. Krisen-Event wird im Backend angelegt — mit Zeitstempel, Auslöser, Notiz, Szenario-Version
  3. Krisen-Banner erscheint sofort bei allen Mitarbeitenden im Web-Client (rot pulsierend oben in der Kopfleiste — siehe Krisenmanagement-Handbuch)
  4. Benachrichtigungen gehen raus — an die im Szenario hinterlegten Rollen (Schulleitung, Verwaltung, …) per Matrix-Chat / E-Mail / SMS, je nach Konfiguration
  5. Workflow startet — falls am Szenario ein Ablauf hinterlegt ist, läuft dieser im Hintergrund (z.B. Jugendamt informieren, Vier-Augen- Bestätigung einholen)
  6. „Nächster Schritt"-Ansicht öffnet sich auf Ihrem Bildschirm

Der „Nächster Schritt"-Bildschirm

Statt Sie mit einem Dashboard, Tabs und Tabellen zu erschlagen, zeigt Prilog Ihnen unmittelbar eine Sache: die nächste Handlung.

┌──────────────────────────────┐
│  AKTIVER NOTFALL · Brand     │
│                Schritt 1 / 7 │
├──────────────────────────────┤
│                              │
│                              │
│      Nächster Schritt        │
│                              │
│      Feuerwehr alarmieren    │
│                              │
│  Zuständig: Schulleitung     │
│                              │
│  ┌────────────────────────┐  │
│  │ 📞 Feuerwehr: 112      │  │
│  └────────────────────────┘  │
│                              │
├──────────────────────────────┤
│  [ Erledigt → weiter ]   [×] │
└──────────────────────────────┘
  • Großer Schritt-Text in 3xl-Font — auch aus zwei Metern lesbar
  • Telefon-Buttons — bei externen Kontakten direkt antippen → Handy ruft die Nummer
  • „Erledigt → weiter" führt Sie Schritt für Schritt durch die Checkliste
  • Schritt-Zähler oben zeigt Fortschritt

Sie können den Bildschirm jederzeit schließen — die Krise läuft im Hintergrund weiter, alle anderen sehen den Status im Dashboard.

Übungsmodus — wenn nichts wirklich ist

Schulen müssen ihre Krisenpläne regelmäßig durchspielen. Damit dabei nicht versehentlich die Feuerwehr anrückt, gibt es den Übungsmodus:

Long-Press (lang drücken, ca. 0,6 Sekunden) auf eine Szenario-Kachel statt eines normalen Tipps.

Erkennbar an drei Dingen:

  • Orange statt Rot
  • Großes „ÜBUNG"-Schild im Countdown
  • Keine externen Benachrichtigungen (kein Anruf der Feuerwehr, keine Push-Nachrichten an außenstehende Personen)

Im internen Audit-Log wird die Übung als solche markiert. Sie können also sehr realistisch trainieren, ohne reale Konsequenzen zu haben — aber das Team-interne Verhalten (Wer reagiert wie schnell? Welche Schritte werden abgehakt?) lässt sich messen wie im Ernstfall.

Wer sollte üben?

  • Mindestens halbjährlich alle Mitarbeitenden — das vergisst sich schnell.
  • Bei jedem Personal­wechsel mit neuen Lehrkräften.
  • Vor jedem Schuljahres­start einmal alle Szenarien durch — nicht nur „üblich verdächtige" wie Brand.

Stille Auslösung (z.B. Amok)

Manche Szenarien dürfen niemand mitkriegen — weder Eindringlinge im Gebäude noch durch Töne in unpassenden Momenten. Solche Szenarien werden vom Admin als stille Auslösung markiert (siehe Admin-Handbuch):

  • Grauer statt roter Hintergrund
  • Kein Vibrations-Feedback
  • Keine Push-Sounds beim Empfänger
  • Hinweis-Schild „STILLE AUSLÖSUNG" im Countdown

Die Benachrichtigung geht trotzdem raus — nur eben unauffällig.

Wer darf auslösen, wer darf beenden?

Auslösen darf jeder im Tenant. Bewusst keine Rollen-Hürde — im Notfall ist es egal, wer am nächsten am Knopf ist; Hauptsache es passiert. Falsche Auslösungen werden im Audit-Log festgehalten und können hinterher als Übung markiert werden.

Beenden darf ebenfalls jeder. Wer als erster sieht, dass die Lage vorbei ist, klickt im Dashboard „Krise beenden" oder, bei Fehlalarm, „Als Fehlalarm markieren" mit Begründung. Beides wird mit Name und Zeitstempel protokolliert.

Audit hält alles fest

Jede Auslösung, jedes Erledigt, jede Zuweisung, jedes Beenden — alles steht mit Personenname und Sekundengenauigkeit im Audit-Log. Das ist Pflicht für Aufsicht und Versicherung. Und es schützt: wer korrekt reagiert hat, kann das hinterher belegen.

Aufgaben verteilen während des Einsatzes

Im Krisen-Dashboard sehen alle Mitarbeitenden die offenen Schritte als Liste. Neben jedem Schritt gibt es einen Button „Mir zuweisen" — wer ihn drückt, übernimmt diesen Schritt sichtbar für alle.

So vermeiden Sie den klassischen Krisen-Klassiker: drei Personen versuchen gleichzeitig dasselbe, eine vierte Sache bleibt liegen.

Auto-Deaktivierung

Manche Szenarien (z.B. „kleinerer medizinischer Vorfall") sollen nach einer festen Zeit automatisch enden, falls niemand sie schließt — sonst hängt der Krisenmodus tagelang aktiv. Der Admin kann pro Szenario eine Maximaldauer in Minuten festlegen. Nach Ablauf schließt das System die Krise selbsttätig und vermerkt im Audit „Auto-Deaktiviert".

Kurzfassung — was Sie sich merken müssen

AktionComputerHandy
Notfall öffnenRote Pille oben rechts oder Strg+Alt+N5× rasch auf die Top-Bar tippen
Szenario wählenKachel anklickenKachel antippen
Übung startenLang drücken (0,6 s)Lang drücken (0,6 s)
Stoppen„Abbrechen" während Countdown„Abbrechen" während Countdown
Beenden„Krise beenden" im Dashboarddito

Drei-Wort-Anleitung

Tippen — Wählen — Loslegen. Alles andere erledigt das System.