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Was einen guten Stundenplan ausmacht ​

Teil I · Kapitel 3. Zwölf Grundsätze, gesammelt aus der Erfahrung vieler Schulen. Sie helfen Dir, einen Plan zu beurteilen, bevor er gilt — und ihn besser zu machen. Zu jedem steht, wem er dient, woran Du ihn erkennst und wo Du ihn in Prilog einstellst.

Kein Plan erfüllt alle zwölf vollständig. Das ist auch nicht das Ziel. Das Ziel ist, bewusst zu entscheiden, wo man nachgibt — statt es dem Zufall zu überlassen.


1. Verlässlich und nachvollziehbar ​

Der Grundsatz: Ein Plan, der im August steht und bis zum Sommer hält, ist mehr wert als ein besserer, der sich dreimal ändert. Und wer betroffen ist, soll verstehen können, warum etwas so liegt.

Wem er dient: allen. Familien organisieren ihren Alltag um den Plan herum. Lehrkräfte planen ihre Woche. Jede Änderung kostet Vertrauen.

Woran Du ihn erkennst: wenige Änderungen nach Schuljahresbeginn; wenn doch, dann kleine.

In Prilog:

  • Ein neuer Plan entsteht im Planer und wird erst gültig, wenn ihn jemand im Stundenplan geprüft und übernommen hat (so geht's).
  • Mit Vom gültigen Stundenplan aus rechnen verschiebt der Auto-Plan nur, was wirklich nötig ist (so geht's).
  • Mit Änderungen als Entwurf sieht jede Lehrkraft eine Änderung, bevor sie gilt; mit Nur mit Konferenz-Beschluss wird sie gemeinsam beschlossen.
  • Im Planer nennt jede Stunde, warum sie in ihrem Raum liegt — etwa Ausweichraum (Klasse geteilt).

2. Der Tag hat einen Rhythmus ​

Der Grundsatz: Was viel Konzentration braucht, liegt eher am Vormittag. Bewegung, Kunst und Handwerk sind ein Ausgleich und tragen gut über den Tag. Nach dem Mittagessen beginnt möglichst nichts, was volle Kraft braucht.

Wem er dient: den Kindern. Und den Lehrkräften, die es mit wachen statt erschöpften Klassen zu tun haben.

Woran Du ihn erkennst: Mathematik und Sprachen überwiegend in den ersten Stunden; ein Wechsel von Anspannung und Ausgleich; ein ruhiger Ausklang. Was Euer Kollegium darüber hinaus aus Erfahrung weiss — etwa „Mathematik nicht direkt nach Sport“ —, wird zur Regel.

In Prilog: Im Klassen-Regelwerk (Regeln):

  • Fach in Zeitfenster — „Hauptunterricht nur in der 1. und 2. Stunde“.
  • Fach-Reihenfolge-Verbot — „Mathematik nicht direkt nach Sport“.

Beim Fach legst Du die Lage im Tag fest — früh, Mitte oder spät (so geht's); Stunden ausserhalb kosten den Auto-Plan Punkte. Das Zeitraster legt die Pausen fest; in einer Pause liegt nie Unterricht.

Nicht zu eng machen

Wer jedes Fach in ein Zeitfenster zwingt, macht den Plan unlösbar. Regle nur, was Dir wirklich wichtig ist — der Rest ergibt sich.


3. Keine Lücken für Kinder ​

Der Grundsatz: Kinder haben keine Hohlstunden. Je jünger, desto strenger.

Wem er dient: den Kindern — eine Freistunde ist für sie verlorene Zeit, oft ohne Aufsicht. Und dem Sekretariat und der Aufsicht, die sie sonst füllen müssen.

Woran Du ihn erkennst: Jeder Tag einer Klasse ist ein zusammenhängender Block.

In Prilog: Der Auto-Plan zählt jede Lücke im Tag einer Klasse als Nachteil — drei Strafpunkte, mehr als ein Raumwechsel oder eine verfehlte Doppelstunde — und vermeidet sie, wo er kann (free_periods). Eine Pause ist keine Lücke, ein späterer Beginn oder ein früherer Schluss auch nicht. Hat eine Klasse A- und B-Wochen, rechnet er jede Woche für sich. Einen freien Nachmittag legst Du als Tagesfreistellung fest.

Auch Teilgruppen zählen: Hat eine Hälfte mitten in ihrem Tag frei, während die andere Unterricht hat — etwa bei einer Wechselstunde in der 3. Stunde —, ist das für die Kinder dieser Hälfte eine Lücke. Der Auto-Plan legt Wechselstunden deshalb lieber an den Anfang oder das Ende des Tages.


4. Gut über die Woche verteilt ​

Der Grundsatz: Ein Fach mit vier Wochenstunden gehört an vier Tage — nicht zweimal auf Montag und zweimal auf Dienstag. Lernen braucht Wiederholung mit Abstand.

Wem er dient: den Kindern, die Gelerntes zwischen den Stunden setzen lassen; den Lehrkräften, die Hausaufgaben sinnvoll aufgeben können.

Woran Du ihn erkennst: Hauptfächer an möglichst vielen Tagen; selten zwei Stunden desselben Fachs an einem Tag, es sei denn als Doppelstunde.

In Prilog: im Klassen-Regelwerk Max. Stunden pro Tag („Mathematik höchstens 1× am Tag“) und Mindestabstand zwischen Stunden. Ohne solche Regeln verteilt der Auto-Plan ein Fach nicht von selbst über die Tage — regle es für die Fächer, bei denen es Dir wichtig ist.


5. Doppelstunden, wo das Fach sie braucht ​

Der Grundsatz: Manche Fächer brauchen Zeit am Stück: Werken, Kunst, Experimente, Sport mit Umziehen. Andere leben von kurzer, häufiger Übung — etwa eine neue Fremdsprache.

Wem er dient: dem Unterricht selbst. Eine Werkstunde mit 15 Minuten Aufbau und 15 Minuten Aufräumen hat nur 15 Minuten Arbeit.

Woran Du ihn erkennst: Die Doppelstunden liegen dort, wo es um Werkstücke, Versuche und Bewegung geht.

In Prilog: Beim Fach unter Doppelstunde (so geht's): immer am Stück für Werkstatt und Labor — dann liegen die Stunden paarweise hintereinander, nie über eine Pause; nie am Stück für eine neue Sprache; gern als Wunsch, den der Auto-Plan erfüllt, wo es geht (double_slot_misses).


6. Ein Zuhause und kurze Wege ​

Der Grundsatz: Eine Klasse hat ein Klassenzimmer, und dort findet alles statt, was dort stattfinden kann. Ein Fachraum wird nur genutzt, wo er wirklich gebraucht wird. Wege zwischen Häusern liegen in grossen Pausen.

Wem er dient: den Kindern, besonders den jüngeren und denen mit besonderem Bedarf. Den Lehrkräften, deren Material im Raum bleiben kann. Der Pünktlichkeit.

Woran Du ihn erkennst: wenige Raumwechsel je Klasse und Tag; die Unterstufe fast nur im eigenen Raum.

In Prilog: Jedes Fach hat einen Ort: Klassenzimmer, Fachraum oder beliebig. Jede Klasse hat einen Stammraum. Wird eine Klasse geteilt, bleibt eine Gruppe im Klassenzimmer, die andere geht in einen Fachraum oder Ausweichraum — möglichst auf demselben Stockwerk. Der Auto-Plan zählt Raumwechsel als Nachteil (room_changes). Alles dazu: Räume.


7. In kundigen Händen ​

Der Grundsatz: Jedes Fach wird von jemandem unterrichtet, der es kann — in dieser Altersstufe. Wo das niemand an der Schule kann, wird es sichtbar, statt still verteilt zu werden.

Wem er dient: den Kindern zuerst. Und den Lehrkräften, die nicht fachfremd einspringen müssen, ohne dass es jemand bemerkt.

Woran Du ihn erkennst: Für jedes Fach und jede Stufe gibt es mindestens eine befähigte Lehrkraft — oder eine offene Stelle, die als solche benannt ist.

In Prilog: Die Befähigung jeder Lehrkraft (Fach und Stufen) ist für den Auto-Plan ein Muss. Wo Du einer Klasse eine Lehrkraft gibst, stehen die Befähigten oben. Fehlt jemand, merkst Du eine Stelle als N.N. vor, und der Stellenbedarf zeigt, wen die Schule suchen muss. Alles dazu: Lehrkräfte.


8. Lehrkräfte haben ein Leben ​

Der Grundsatz: Teilzeit heisst ganze freie Tage, nicht zerrissene. Wer Kinder hat, pflegt oder an zwei Schulen arbeitet, braucht verlässliche Zeiten. Eine einzelne freie Stunde zur Vorbereitung ist gut; drei verstreute sind eine Last.

Wem er dient: den Lehrkräften — und damit allen. Wer dauerhaft erschöpft ist, kann nicht gut unterrichten, fällt häufiger aus und verlässt die Schule eher.

Woran Du ihn erkennst: Teilzeitkräfte haben zusammenhängende Tage; niemand hat regelmässig Tage mit vielen Stunden Leerlauf.

In Prilog:

  • Verfügbarkeit — Stunden, in denen jemand nicht kann. Für den Auto-Plan ein Muss.
  • Deputat — die vertraglichen Wochenstunden als Obergrenze.
  • Wünsche — bevorzugte Altersstufen, bevorzugter Raum. Werden erfüllt, wo es geht.

Ehrlich gesagt

Eine Höchstzahl von Stunden je Tag und Lehrkraft rechnet der Auto-Plan noch nicht. Schau Dir deshalb im Reiter Mitarbeiter die Wochen Deiner Kolleginnen und Kollegen an, bevor ein Plan gilt.


9. Gerecht verteilen, was niemand will ​

Der Grundsatz: Die letzte Stunde am Freitag, die Aufsicht im Regen, die schwierige Klasse — irgendwer bekommt sie. Gerecht ist ein Plan, wenn es nicht jedes Jahr dieselben sind.

Wem er dient: dem Frieden im Kollegium.

Woran Du ihn erkennst: Die Lasten verteilen sich; wer dieses Jahr die Randstunden hat, hat sie nächstes Jahr weniger.

In Prilog: Die Plan-Qualität oben im Planer gibt einen groben Hinweis: Gleichmässige Belastung vergleicht die Wochenstunden der Lehrkräfte, Verteilung über die Woche, wie breit ihre Stunden über die Woche gestreut sind. Wer die ungeliebten Randstunden bekommt, misst Prilog nicht — dafür ist der Reiter Mitarbeiter da, mit der Woche jeder Person. Der Score des Auto-Plans bewertet immer den Plan als Ganzes, nie einzelne Personen.


10. Teilen, wo es trägt ​

Der Grundsatz: Eine geteilte Klasse lernt in Sprachen, Handwerk und Naturwissenschaften oft besser. Aber jede Teilung kostet: doppelte Lehrerstunden — und dazu entweder zwei Räume zur selben Zeit oder doppelt so viele Plätze in der Woche der Klasse. Teile dort, wo der Gewinn die Kosten trägt.

Wem er dient: den Kindern, die in kleinen Gruppen mehr zu Wort kommen. Und der Schule, die ihre Lehrerstunden bewusst einsetzt.

Woran Du ihn erkennst: Die Teilung folgt einer Regel, die alle kennen — etwa „Englisch ab 26 Kindern in Hälften“ —, nicht der Gewohnheit.

In Prilog: Jedes Fach sagt, ob es geteilt werden darf: nie, kann oder muss. Bei „kann“ entscheidet eine Teilungsregel — für die ganze Schule, eine Vorlage oder eine Klasse, auf Wunsch ab einer Kinderzahl. Die Kennzahlen zeigen sofort, wie viele Lehrerstunden eine Teilung kostet. Alles dazu: Stundentafel und Teilungen.


11. Mit den Engpässen beginnen ​

Der Grundsatz: Was knapp ist, kommt zuerst: die Halle, die Fachräume, die Lehrkräfte mit wenigen Tagen, der Hauptunterricht, die parallelen Kurse mehrerer Klassen. Der Rest fügt sich darum herum.

Wem er dient: dem Plan. Und den Planenden, die sonst am Ende keinen Platz mehr finden.

Woran Du ihn erkennst: Die knappen Dinge liegen gut — und nicht nur irgendwo, wo noch Platz war.

In Prilog: Die Bereitschaft zeigt vor dem Rechnen, wo es eng wird — zu wenig Räume einer Art, zu wenig befähigte Lehrkräfte. Mit Fixieren nagelst Du die wichtigen Stunden fest, mit Kopplungen hältst Du parallele Kurse zusammen (Regeln). Der Auto-Plan baut dann um sie herum.


12. Den Alltag ringsum mitdenken ​

Der Grundsatz: Ein Schultag endet nicht an der Klassentür. Busse fahren zu festen Zeiten, die Mensa hat eine Kapazität, Geschwister wollen abgeholt werden, die Halle muss gereinigt werden.

Wem er dient: den Familien, dem Sekretariat, dem Hausmeister, der Küche.

Woran Du ihn erkennst: Die Tage enden passend zu den Bussen; nicht alle Klassen essen gleichzeitig; freie Nachmittage liegen dort, wo es dem Leben ringsum hilft.

In Prilog: über das Zeitraster (wann Stunden und Pausen liegen) und das Klassen-Regelwerk (Tagesfreistellung, Fach in Zeitfenster). Busse und Mensa kennt Prilog nicht als eigene Grösse — sprecht deshalb vor dem Planen mit Sekretariat und Küche.


Wenn Grundsätze sich widersprechen ​

Sie tun es ständig. Sport als Doppelstunde (5) am Ende des Tages (2) — aber die Halle ist dann schon belegt (11). Herr Okafor nur an drei Tagen (8) — aber die 7a soll Biologie an zwei verschiedenen Tagen haben (4).

Hilfreich ist eine Rangfolge, auf die sich die Schule vorher einigt. Ein Vorschlag:

  1. Was Recht und Sicherheit verlangen — Aufsicht, Arbeitszeit, Verträge.
  2. Was die Kinder brauchen — keine Lücken, ein guter Rhythmus, kundiger Unterricht.
  3. Was die Lehrkräfte brauchen — Verfügbarkeit, zusammenhängende Tage.
  4. Was den Alltag erleichtert — Wunschräume, kurze Wege, passende Schlusszeiten.

In Prilog spiegelt sich diese Rangfolge im Unterschied zwischen Muss und Wunsch: Ein Muss bricht der Auto-Plan nie, einen Wunsch erfüllt er, so gut es geht. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Eine Prüfliste für Deinen Plan ​

Bevor ein Plan gilt, nimm Dir eine halbe Stunde und geh diese Fragen durch:

FrageWo Du nachschaust
Hat eine Klasse eine Lücke im Tag?Score: free_periods · Planer, Woche der Klasse
Liegt ein Hauptfach zweimal an einem Tag?Planer, Woche der Klasse · Regel Max. Stunden pro Tag
Ist jede Lehrkraft befähigt für das, was sie gibt?Prüfung beim Übernehmen…
Liegt jemand in einer Zeit, in der er nicht kann?Prüfung beim Übernehmen…
Wie sieht die Woche jeder Teilzeitkraft aus?Reiter Mitarbeiter
Wie oft wechselt eine Klasse den Raum?Planer, Woche der Klasse
Wo müssen Gruppen in einen Ausweichraum?Planer, Detail einer Stunde · Bereitschaft
Stehen offene Stellen als „N.N.“ da?Stellenbedarf
Enden die Tage passend zu Bussen und Mensa?Woche der Klassen, Schlusszeiten
Kennen die Betroffenen den Plan, bevor er gilt?Entwürfe · Offen bei Ihnen

Wo die Grundsätze beim Planen vorkommen ​

Station (Kapitel 5)Grundsätze
Vorher: Wünsche einsammeln8 Lehrkräfte haben ein Leben · 11 Engpässe · 12 Alltag ringsum
1 Grundlagen2 Rhythmus (Zeitraster) · 6 Zuhause und kurze Wege (Räume) · 7 kundige Hände (Befähigung) · 8 (Verfügbarkeit)
2 Stundentafel4 Verteilung · 5 Doppelstunden · 10 Teilen, wo es trägt · 7 (offene Stellen)
3 Rechnen11 Engpässe zuerst
4 Feinschliff3 keine Lücken · 9 gerecht verteilen · die Prüfliste oben
5 Übergeben1 verlässlich und nachvollziehbar

Weiter: Wie Prilog einen Stundenplan denkt