Stundenplan
Ein Stundenplan entscheidet, wie sich ein Schultag anfühlt — für jedes Kind, jede Lehrkraft und alle, die die Schule am Laufen halten. Dieses Kapitel erklärt, warum er so schwer zu machen ist, was einen guten ausmacht und wie Du mit Prilog einen baust. Du brauchst dafür keine Vorkenntnisse.
Worum es geht
Montag, 7:55 Uhr. Lena, 12 Jahre, steht vor dem Raum der 7a. Ob sie heute konzentriert Mathematik lernt oder in der sechsten Stunde müde über Bruchrechnung brütet, ob sie zwischen zwei Stunden eine Stunde auf dem Flur wartet, ob sie dreimal das Haus wechselt — das ist nicht Zufall. Es wurde im Frühjahr davor entschieden. Im Stundenplan.
Herr Okafor unterrichtet Sport und Biologie, mit halber Stelle, weil er montags und freitags seine Mutter pflegt. Ob er an seinen drei Schultagen zusammenhängend arbeitet oder um 8 Uhr eine Stunde gibt und um 14 Uhr die nächste — auch das steht im Stundenplan.
Frau Petersen im Sekretariat weiss um 13:10 Uhr, welche Kinder auf den Bus warten und welche in die Mensa gehen. Der Hausmeister weiss, wann die Halle frei ist. Die Eltern wissen, wann ihr Kind nach Hause kommt.
Ein Stundenplan ist also mehr als eine Tabelle. Er ist das Versprechen einer Schule, wie ihr Alltag aussieht. Ein guter Stundenplan ist eine stille Form von Fürsorge. Ein schlechter wird ein ganzes Jahr lang jeden Tag gespürt.
Wie dieses Kapitel aufgebaut ist
Das Kapitel ist ein kleines Buch in drei Teilen. Du kannst es von vorn lesen — oder direkt dort einsteigen, wo Du gerade stehst.
Teil I · Verstehen
Für alle, die wissen wollen, worum es geht — Schulleitung, Kollegium, Planende. Es geht um Ideen, nicht um Knöpfe; die kurzen Hinweise „In Prilog“ kannst Du beim ersten Lesen überspringen.
| Kapitel | Was Du danach weisst | |
|---|---|---|
| 1 | Warum ein Stundenplan so schwer ist | Wie aus einer einfachen Tabelle ein Rätsel mit mehr Lösungen wird, als es Sterne gibt — und warum jede Rücksicht woanders Platz kostet. |
| 2 | Ein Tag, vier Blickwinkel | Wie derselbe Montag sich für ein Kind, eine Lehrkraft, das Sekretariat und die Eltern anfühlt — in einem schlechten und in einem guten Plan. |
| 3 | Was einen guten Stundenplan ausmacht | Zwölf Grundsätze, mit denen Du einen Plan beurteilen und verbessern kannst — und wo Prilog jeden davon abbildet. |
| 4 | Wie Prilog einen Stundenplan denkt | Die sechs Fragen, aus denen jeder Plan besteht, der Unterschied zwischen Muss und Wunsch, und warum der Computer manchmal „nicht machbar“ sagt. |
Teil II · Tun
Für die, die planen — Schritt für Schritt, mit den Knöpfen.
| Kapitel | Wofür | |
|---|---|---|
| 5 | Den Plan für ein neues Schuljahr bauen | Vom leeren Schuljahr bis zum gültigen Plan: der Wegweiser, die Klassenkarte „Was fehlt noch?“, der Zeitplan rückwärts von den Ferien, das Stundenplan-Team und das neue Schuljahr aus dem alten. |
| 6 | Der Plan im laufenden Schuljahr | Eine Stunde ändern, mit Entwürfen arbeiten, den Plan behutsam weiterentwickeln. |
| 7 | Epochen | Unterricht, der nur einige Wochen läuft — Hauptunterricht, Handwerk, Kurse. |
Teil III · Vertiefen
Zum Nachschlagen, wenn Du es genau wissen willst.
| Kapitel | Inhalt | |
|---|---|---|
| 8 | Stundentafel und Teilungen | Das Soll jeder Klasse; Hälften und Drittel; Teilung per Fach und per Regel. |
| 9 | Räume | Klassenzimmer, Fachraum, Ausweichraum — und wohin die zweite Gruppe geht. |
| 10 | Lehrkräfte | Befähigung, Deputat, Verfügbarkeit, Wünsche und Wochenbild, die Deputats-Landkarten mit der Waage, offene Stellen („N.N.“). |
| 11 | Regeln und Feinsteuerung | Fächer-Landkarten, Klassen-Regelwerk, Vorlagen, Fixieren, Kopplungen, A/B-Wochen. |
| 12 | Der Auto-Plan von innen | Wie er rechnet, was die Punkte bedeuten, was tun, wenn er keinen Plan findet. |
| 13 | Ebenen über dem Plan | Begleitungen, Schulbegleitung, Musikschule im freien Raum (auch als Drehtür), eigene Zeiten, Sperren — mit Kalender und Jahresansicht. |
| 14 | Nachschlagen | Zeitraster, Ferien, Prüfung, Einstellungen, Rechte, alte Pläne, Sicherung. |
| 15 | Fragen, Hilfe und Wörterbuch | Häufige Fragen, „wenn etwas klemmt“, alle Begriffe auf einen Blick. |
Wenn Du nur fünf Minuten hast
- Ein Stundenplan ist ein Ausgleich. Jede Rücksicht — auf ein Kind, eine Lehrkraft, einen Raum — nimmt anderen Spielraum. Den perfekten Plan gibt es nicht; den fairen schon.
- Erst die Fakten, dann der Plan. Wann (Zeitraster), wie viel (Stundentafel), wer (Lehrkräfte und was sie dürfen), wo (Räume), mit wem (Teilungen), nach welchen Regeln. Stimmen die Fakten, ist der Plan fast eine Folge davon.
- Muss und Wunsch trennen. Was nie passieren darf (eine Lehrkraft an zwei Orten), ist ein Muss. Was besser wäre (wenige Raumwechsel), ist ein Wunsch. Zu viele Muss-Regeln machen jeden Plan unmöglich.
- Der Computer rechnet, die Menschen entscheiden. Der Auto-Plan probiert in einer Minute mehr, als ein Mensch in seinem Leben schaffen würde. Ob der Vorschlag gut ist, beurteilt Ihr.
- Zwei Orte. Im Planer wird gebaut; im Stundenplan gilt, was übernommen ist. Nichts wird gültig, ohne dass es jemand geprüft hat.
Wo Du was findest
In der Seitenleiste von Prilog führt Stundenplan in eine eigene Welt. Oben rechts stehen ihre Reiter:
| Reiter | Was dort ist |
|---|---|
| Stundenplan | Der Plan, der gilt — je Klasse, mit Ansicht, Druck und Änderungen |
| Mitarbeiter | Der Plan jeder Lehrkraft, abgeleitet aus den Klassenplänen |
| Epochenplaner und Epochen-Welten | Unterricht in Epochen |
| Fächer-Matrix | Welche Fächer jede Klasse hat |
| Planen | Der Planer — die Werkbank, an der ein neuer Plan entsteht. Nur sichtbar für die, die planen dürfen. |
Achtung, ein Wort mit drei Bedeutungen: Stundenplan heisst die Welt in der Seitenleiste, einer ihrer Reiter — und der Plan, der gilt. In diesem Kapitel ist mit „dem Stundenplan“ fast immer der gültige Plan gemeint.
Zum Lesen
Dieses Kapitel spricht Dich mit „Du“ an und nennt Knöpfe fett, so wie sie in Prilog heissen. Die Beispiele spielen an einer erfundenen Schule, der Lindenschule: 13 Jahrgänge mit je zwei Klassen (1a und 1b bis 13a und 13b), gut 650 Kinder, rund 60 Lehrkräfte. Die Bilder stammen aus Prilogs Prüfstand, einer anderen erfundenen Übungsschule. Wo Prilog in der Oberfläche „Sie“ sagt — etwa „Offen bei Ihnen“ —, steht hier der Text genau so.