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Der Auto-Plan von innen ​

Teil III · Kapitel 12. Für alle, die genau wissen wollen, was der Auto-Plan tut. Das Grundbild — Muss und Wunsch, Strafpunkte, „nicht machbar“ — steht in Wie Prilog einen Stundenplan denkt; hier kommen die Einzelheiten.

Was macht der Auto-Plan? ​

Wenn Du Auto-Plan starten klickst:

  1. Prilog sammelt alles, was der Plan braucht — Klassen, Fächer, Räume, Lehrkräfte (auch vorgemerkte Stellen „N.N.“), Zeitraster, Stundentafel mit Teilgruppen, Regeln, Verfügbarkeiten, Kopplungen, fixierte Stunden und, mit Haken, den gültigen Plan als Startpunkt. Teilungsregeln wendet Prilog schon hier an: Eine Klasse, die laut Regel geteilt wird, kommt mit ihren Gruppen beim Auto-Plan an.
  2. Ein eigener Rechendienst (Google OR-Tools, CP-SAT) baut daraus ein mathematisches Modell: Variablen (welche Stunde liegt wann, bei wem, in welchem Raum?) und Regeln (was ist erlaubt?).
  3. Er sucht eine Lösung mit möglichst wenigen Strafpunkten, bis das Zeitbudget abläuft oder er die beste gefunden hat.
  4. Das Ergebnis kommt als Liste von Stunden zurück: Klasse, Fach, Gruppe, Lehrkraft, Raum, Zeit.

Harte und weiche Regeln ​

Hart heisst: verboten. Lieber findet der Auto-Plan gar keinen Plan als einen, der eine harte Regel bricht.

Weich heisst: erlaubt, kostet aber Strafpunkte. Der Auto-Plan hält die Summe so klein wie möglich.

Harte Regeln (Stand Oktober 2026) ​

RegelWas sie verbietet
H1KlasseEine Klasse hat nicht zwei Stunden zur selben Zeit.
H2GruppenEine Stunde der ganzen Klasse belegt alle Gruppen; Gruppen derselben Teilung dürfen gleichzeitig Unterricht haben, Gruppen verschiedener Teilungen nicht (es sind dieselben Kinder).
H3LehrkraftEine Lehrkraft gibt nicht zwei Stunden gleichzeitig.
H4RaumEin Raum ist nicht doppelt belegt.
H5BefähigungNur befähigte Lehrkräfte (Fach-Qualifikationen, Stufe aus dem Jahrgang der Klasse).
H6Raum-TagsSport braucht einen Raum mit sporthalle und so fort.
H7PausenIn Pausen liegt kein Unterricht.
H8Fixierte StundenWas fixiert ist, bleibt — jede Fixierung trifft eine eigene Stunde, eine Gruppen-Fixierung ihre Gruppe.
H9Voraus-ZuweisungEine fest zugeordnete Lehrkraft unterrichtet das Fach in dieser Klasse — ebenso die Klassenlehrkraft bei Fächern, die sie gibt.
H10StammraumFächer mit Ort Klassenzimmer liegen im Stammraum der Klasse. Bei Teilung zur selben Zeit bleibt eine Gruppe dort, die andere geht in einen der erlaubten Räume (Fachraum des Fachs, Ausweichraum).
H11DeputatNicht mehr Stunden als Wochenstunden − Ermässigung.
H12VerfügbarkeitNie in einer gesperrten Stunde.
H13Klassen-RegelwerkJede Regel, die als Muss angelegt ist: Zeitfenster, Reihenfolge, Mindestabstand, Tagesfreistellung, Höchstzahl je Tag, mindestens n Tage, nicht in diesen Stunden, nicht nach langer Pause, keine Lücken, Kernzeit, Abwechslung. Die Teilungsregel wirkt schon vor dem Rechnen.
H14A/B-WochenA- und B-Stunden stossen sich nicht; „jede Woche“ belegt beide.
H15KopplungenGleicher Kopplungs-Schlüssel → gleiche Zeit, die erste Stunde zur ersten, die zweite zur zweiten.
H16VollständigkeitJede Stunde der Stundentafel wird gesetzt.
H17DoppelstundeFächer immer am Stück: Stunden paarweise direkt hintereinander, nie über eine Pause; nie am Stück: nie zwei hintereinander.
H18Nur BefähigteBei Fächern nur mit eingetragener Befähigung geben Lehrkräfte ohne jeden Eintrag das Fach nicht.
H19Wünsche als MussWünsche einer Lehrkraft mit Häkchen Muss — freier Tag, Einsatzzeit, höchstens n Stunden am Tag, an höchstens n Tagen, höchstens n Hohlstunden, „geht nicht“ im Wochenbild — gelten wie eine Sperrzeit.
H20Nicht am selben TagZwei Fächer (oder Fachbereiche) mit der Muss-Regel nicht am selben Tag liegen nie am selben Tag.

Weiche Regeln (Strafpunkte) ​

FeldPunkteWas gut ist
S1free_periods3 je Lückewenig Hohlstunden für Klassen: ein freier Platz zwischen zwei Stunden desselben Tages (Pausen, späterer Beginn, früherer Schluss zählen nicht)
S2pref_grade_mismatch1Lehrkräfte in ihren Wunsch-Altersstufen
S3missing_preferred_tags1Fach im bevorzugten Raum-Tag
S4double_slot_misses2gewünschte Doppelstunden erfüllt
S5teacher_day_overload—Höchstzahl Stunden je Tag und Lehrkraft — noch nicht gebaut, bleibt 0
S6room_changes1wenig Räume je Klasse und Tag
S7preferred_room_mismatch1Lehrkraft im Wunsch-Raum
S8Abweichung vom gültigen Plan4 je verschobene Stunde, 2 je andere Lehrkraftnah am gültigen Plan (nur mit „Vom gültigen Stundenplan aus rechnen“)
S9ausweichraum1 bis 4 je Stundedie zweite Gruppe einer geteilten Klasse in der richtigen Reihenfolge: Fachraum des Fachs 1, fester Ausweichraum der Klasse 2, Ausweichraum auf demselben Stockwerk 3, jeder andere 4
S10tageslage1 je StundeFächer in ihrer gewünschten Lage im Tag (früh, Mitte, spät)
S11regelnGewicht der Regel (1–10) je AbweichungRegeln des Klassen-Regelwerks und der Fächer-Landkarten, die als Wunsch angelegt sind
S12lehrer_wuenscheGewicht des Wunsches je AbweichungWünsche der Lehrkräfte — freie Tage, Einsatzzeiten, Wochenbild „gern“ und „lieber nicht“ (Lehrkräfte)
S13deputat_unterschrittenje fehlende StundeJede Lehrkraft bekommt ihre Stunden bis zum Deputat (wie stark, sagt Vorrang beim Planen)
S14fairness_bodenGewicht des BodensDie Person, deren Wünsche am meisten verletzt sind, so gut gestellt wie möglich (nur mit gestellter Waage)

Die Summe ist der Score. Niedriger ist besser.

Die Score-Aufschlüsselung eines Laufs zeigt free_periods, pref_grade_mismatch, missing_preferred_tags, double_slot_misses, teacher_day_overload und die Abweichung vom gültigen Plan einzeln. room_changes, preferred_room_mismatch und ausweichraum zählen in der Summe mit, stehen dort aber nicht einzeln.

Die Waage verschiebt die Gewichte ​

Wie schwer Pädagogik (S1, S10, S11) und Personal (S12, S13) wiegen, stellt die Planungsleitung mit der Waage ein. Ist sie gestellt, rechnet der Auto-Plan die Gewichte daraus um: je Seite so, dass viele kleine Wünsche nicht von selbst gegen wenige grosse Regeln gewinnen; dazu die Nachgebe-Reihenfolge und der Fairness-Boden (S14). Wer dieses Jahr zu kurz kam, dessen Wünsche wiegen im nächsten Jahr schwerer (Ausgleichskonto). Ist die Waage nicht gestellt, rechnet er wie bisher.

Vom gültigen Plan aus rechnen ​

Mit dem Haken Vom gültigen Stundenplan aus rechnen bekommt der Auto-Plan jede feste Stunde des gültigen Plans als Startpunkt. Er beginnt dort und zahlt S8 für jede Stunde, die er verschiebt. So bleibt der Plan stabil, wenn sich wenig ändert — und der Lauf ist schneller, weil er nicht bei null beginnt. Was nicht mehr passt (ein Fach fehlt in der Tafel, eine Stunde gibt es nicht mehr), lässt er still weg. Stunden mit fixiertem Tag oder fixierter Stunde behalten ihre Fixierung.

Siehe Den Plan behutsam weiterentwickeln.

Was die Ergebnisse bedeuten ​

ErgebnisBedeutetWas tun?
optimalDie beste Lösung ist gefunden.Vorschlag übernehmen.
feasibleEine gültige Lösung, vielleicht nicht die beste.Prüfen; mit mehr Zeitbudget kann es besser werden.
infeasibleEs gibt keine Lösung — Regeln widersprechen sich.Siehe unten.
timeoutZeit abgelaufen, noch keine Lösung.Zeitbudget erhöhen oder harte Regeln lockern.
errorDas Modell liess sich nicht bauen (etwa kein befähigter Lehrer).Bereitschaft prüfen.

Wenn er keinen Plan findet ​

Bei infeasible sucht Prilog im Protokoll des Laufs nach den zwei häufigsten Ursachen:

Deputat reicht nicht. Die Summe der Deputate aller befähigten Lehrkräfte ist kleiner als der Bedarf:

Fach „Mathematik“: 24h Bedarf, qualifizierte Lehrer mit Cap-Summe 18h:
Frau Schmidt (12h), Herr Müller (6h). Deputat erhöhen oder Quali ergänzen.

→ Deputat erhöhen, weitere Lehrkräfte befähigen oder die Stundentafel verkleinern.

Sperren lassen zu wenig Platz. Eine Lehrkraft hat mehr Stunden, als ihr nach den Sperren Platz bleibt:

Lehrer „Frau Müller“: Cap 24h/Woche, aber nur 20 Slots nach Sperren
verfügbar (15 blockiert). Sperren reduzieren oder Cap nachjustieren.

→ Sperren in der Verfügbarkeitsmatrix lockern oder das Deputat anpassen.

Steht keine Ursache im Protokoll, sind es meist:

  • Widersprüchliche Regeln — etwa „Hauptunterricht 1./2. Stunde“ und „Mathe nicht nach Hauptunterricht“: Mathe darf dann nie in die 3. Stunde, das wird schnell eng. → Regeln im Klassen-Regelwerk durchgehen, eine abschalten, neu rechnen.
  • Widersprüchliche Fixierungen — drei fixierte Stunden mit Lehrkräften, die alle nur in derselben Stunde können. → Position fix statt Alles fix.
  • Stundentafel grösser als das Raster — Klasse 5a braucht 34 Stunden, ihre Woche hat 30 Plätze. → Bereitschaft, Punkt Wochen-Plätze in Klassen.
  • Kopplung unerfüllbar — eine gekoppelte Stunde soll in einer Stunde liegen, die in einer der Klassen schon fest belegt ist. → In der Klassen-Vorlage alle Zellen mit demselben Kopplungs-Schlüssel prüfen.

Was die Punkte bedeuten ​

Score 0 ist nie erreichbar. room_changes ist mindestens Klassen × Tage, weil jede Klasse jeden Tag mindestens einen Raum nutzt (an der Lindenschule 26 Klassen × 5 Tage = 130). preferred_room_mismatch bleibt hoch, wenn viele Lehrkräfte denselben Wunsch-Raum haben. Vergleiche Läufe deshalb an der Differenz, nicht am absoluten Wert.

Grobe Faustregeln, ab wann ein Feld auffällt:

Feldauffällig abheisst
pref_grade_mismatchmehr als 30 % der StundenWunsch-Stufen oft verfehlt
missing_preferred_tagsmehr als 5Raum-Wünsche oft verfehlt
double_slot_missesmehr als 2 × Zahl der Doppelstunden-FächerDoppelstunden selten möglich
room_changesmehr als 2 × Klassen × TageKlassen wechseln oft den Raum

optimal ist immer in Ordnung — die Schwellen sagen nur „könnte besser sein“.

Zeitbudget ​

SchulgrösseZeitbudget
bis 10 Klassen30 Sekunden
10–25 Klassen60–120 Sekunden
25–50 Klassen3–5 Minuten
mehr als 50 Klassen5–10 Minuten

Faustregel: Ändert sich der Score über zwei Minuten nicht mehr, ist das Beste vermutlich gefunden.

Schneller wird es mit mehr fixierten Stunden, Stammräumen, genauen Befähigungen, dem Haken „Vom gültigen Stundenplan aus rechnen“ und einem Raster mit genug Luft. Langsamer mit vielen Halbgruppen im Wechsel, vielen Kopplungen und vielen Sperren.

Hinter den Kulissen ​

  • Der Auto-Plan rechnet in einem eigenen Dienst (Python, Google OR-Tools CP-SAT). Ein Lauf durchläuft wartet → rechnet → fertig (oder fehlgeschlagen, abgebrochen); ein Hintergrunddienst holt wartende Läufe alle paar Sekunden ab.
  • Kennt ein älterer Rechendienst die neuen Angaben (Teilgruppen, Startpunkt) noch nicht, rechnet Prilog ohne sie weiter und schreibt das ins Protokoll des Laufs.
  • Vorschlag übernehmen schreibt das Ergebnis als Entwurfs-Stunden in Dein Schuljahr; jede Stunde behält ihre Gruppe.

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