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Wie Prilog einen Stundenplan denkt ​

Teil I · Kapitel 4. Bevor Du den ersten Knopf drückst: das Bild, nach dem Prilog arbeitet. Wer es kennt, findet sich in jedem Werkzeug zurecht — weil jedes nur eine der sechs Fragen beantwortet.

Sechs Fragen ​

Jeder Stundenplan, an jeder Schule der Welt, beantwortet sechs Fragen. Prilog hat für jede einen eigenen Ort.

FrageBausteinWas er festhältWo in Prilog
Wann?ZeitrasterBeginn und Ende jeder Stunde, die PausenPlaner → Stammdaten → Zeitraster
Wie viel?StundentafelWie viele Stunden jedes Fach je Woche in jeder Klasse hatPlaner → Stundentafel · Vorlagen
Wer?LehrkräfteWer welches Fach in welcher Stufe geben darf, wie viele Stunden, wann nichtStammdaten → Lehrer-Profile
Wo?RäumeKlassenzimmer, Fachräume, Ausweichräume — und welches Fach wohin gehörtApp Räume · Stammdaten → Fächer
Mit wem?Klassen und TeilungenWelche Kinder zusammen lernen — die ganze Klasse, Hälften, DrittelKlassen · Teilungen
Nach welchen Regeln?RegelnWas die Schule für richtig hält: Zeitfenster, Reihenfolgen, freie NachmittageStammdaten → Klassen-Regelwerk

Stimmen die Antworten auf diese sechs Fragen, ist der Plan fast eine Folge davon. Deshalb steckt die meiste Arbeit — und die meiste Sorgfalt — nicht im Rechnen, sondern im Klären der Fakten.

Was bleibt und was sich ändert ​

Manche Antworten gelten über Jahre: das Zeitraster, die Räume, die Fächer, die Teilbarkeit eines Fachs. Andere ändern sich jedes Jahr: welche Klassen es gibt, wer kommt und wer geht, wie viele Kinder in einer Klasse sind.

Prilog trennt das bewusst. Was bleibt, pflegst Du einmal in den Stammdaten. Was sich ändert, gehört zum Schuljahr. So beginnst Du ein neues Jahr nicht bei null, sondern änderst nur, was anders ist.

Vorlagen: eine Klasse beginnt nicht leer ​

Alle ersten Klassen haben ungefähr dieselben Fächer, dieselben Stunden, dieselben Teilungen und dieselben Regeln. Dafür gibt es Vorlagen: Eine Vorlage „1. Klasse“ hält das alles fest — ohne Lehrkräfte, denn die kommen erst bei der einzelnen Klasse dazu. Wendest Du sie auf die 1a, 1b und 1c an, haben alle drei ihr Gerüst. Änderst Du später eine Regel in der Vorlage, gilt sie für alle Klassen, die nach ihr gehen.

Muss und Wunsch ​

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal im ganzen Kapitel.

Ein Muss ist eine Bedingung, die nie verletzt werden darf. Eine Lehrkraft kann nicht an zwei Orten sein. Ein Raum kann nicht doppelt belegt sein. In einer Pause liegt kein Unterricht. Wer montags nicht kann, unterrichtet montags nicht.

Ein Wunsch ist eine Bedingung, die den Plan besser macht — wenn es geht. Doppelstunden, wo das Fach sie braucht. Wenige Raumwechsel. Keine Lücken für Kinder. Die Lieblingsstufe einer Lehrkraft.

Stell es Dir wie ein Haus vor: Die Muss-Regeln sind die Wände. Die Wünsche sind die Einrichtung. Du kannst die Möbel verschieben, so oft Du willst — durch eine Wand gehst Du nicht.

Muss (der Auto-Plan bricht es nie)Wunsch (der Auto-Plan erfüllt es, so gut es geht)
Eine Klasse, eine Lehrkraft, ein Raum — nie zweimal zur selben ZeitWenige Raumwechsel
Nur befähigte LehrkräfteDoppelstunden, wo gewünscht
Keine Stunde in einer Sperrzeit oder PauseLehrkräfte in ihren Wunsch-Stufen und Wunsch-Räumen
Nicht mehr Stunden als das DeputatZweite Gruppe nah beim Klassenzimmer
Fachräume für Fächer, die sie brauchenMöglichst nah am bisher gültigen Plan
Fixierte Stunden bleiben, wo sie sindKeine Lücken im Tag einer Klasse
Die Regeln des Klassen-Regelwerks, die Du als Muss anlegstRegeln des Klassen-Regelwerks, die Du als Wunsch anlegst — mit Gewicht
Jede Stunde der Stundentafel wird gesetzt

Eine Sperrzeit ist eine Stunde, in der eine Lehrkraft nicht kann — eingetragen in ihrer Verfügbarkeit.

Jedes Muss kostet Freiheit

Je mehr Muss-Regeln, desto weniger Pläne sind überhaupt möglich — bis keiner mehr übrig bleibt. Dann meldet der Auto-Plan „nicht machbar“. Mach deshalb nur zum Muss, was wirklich nie passieren darf. Alles andere ist ein Wunsch.

Wie der Auto-Plan Wünsche abwägt ​

Jeder unerfüllte Wunsch kostet Strafpunkte: eine Lücke im Tag einer Klasse drei, ein Raumwechsel einen Punkt, eine verfehlte Doppelstunde zwei, eine verschobene Stunde beim Weiterentwickeln vier. Der Auto-Plan sucht den Plan, der alle Muss-Regeln erfüllt und dabei möglichst wenige Punkte hat. Die Summe heisst Score. Niedriger ist besser; null ist nie erreichbar, denn jede Klasse braucht an jedem Tag mindestens einen Raum. Vergleiche deshalb Läufe untereinander, nicht mit null.

So wägt der Auto-Plan ab, wie Ihr es auch tun würdet: Lieber ein Raumwechsel mehr als eine Lehrkraft in ihrer Sperrzeit. Lieber eine Doppelstunde verfehlt als eine Klasse im falschen Raum. Die Gewichte im Einzelnen stehen in Der Auto-Plan von innen.

Zwei Orte: Werkbank und gültiger Plan ​

Prilog trennt zwei Orte, und das ist Absicht.

PlanerStundenplan
Was er istdie Werkbankder Plan, der gilt
Wer ihn siehtnur die Planendenalle — jede und jeder den eigenen Teil
Was dort geschiehtbauen, rechnen, probieren, verwerfenprüfen, übernehmen, einzelne Stunden ändern

Im Planer darfst Du alles ausprobieren. Niemand sieht es, nichts gilt. Erst wenn Du einen Plan übergibst, erscheint er im Stundenplan — als Entwurf. Und erst wenn ihn dort jemand übernimmt, gilt er. Vor dem Übernehmen prüft Prilog den Entwurf noch einmal gegen alle Regeln — dieselbe Prüfung für jeden Plan, ob er vom Computer kommt oder von Hand.

So kann ein Fehler auf der Werkbank nie direkt bei Lena ankommen.

Der Weg in fünf Stationen ​

Vom leeren Schuljahr bis zum gültigen Plan gehst Du immer denselben Weg. Prilog zeigt ihn oben im Planer als Leiste und sagt Dir, an welcher Station Du gerade bist.

StationDie FrageWas Du tust
1. GrundlagenStimmen die Fakten?Zeitraster, Fächer, Räume, Lehrkräfte prüfen
2. StundentafelWie viel Unterricht bekommt jede Klasse?Stundentafeln füllen, Vorlagen anwenden
3. RechnenIst ein Plan überhaupt möglich — und welcher?Bereitschaft prüfen, Auto-Plan rechnen lassen
4. FeinschliffIst der Vorschlag gut?Prüfen, festlegen, neu rechnen
5. ÜbergebenSoll er gelten?In den Stundenplan übergeben, dort prüfen und übernehmen

Wie Du jede Station gehst, steht in Den Plan für ein neues Schuljahr bauen.

Wenn der Computer „nicht machbar“ sagt ​

Das ist kein Fehler, sondern eine Auskunft: Die Muss-Regeln widersprechen sich. Es gibt keinen Plan, der alle erfüllt — nicht nur keinen guten, sondern gar keinen.

Typische Gründe:

  • Es gibt mehr Unterricht als Platz. Die Stundentafel einer Klasse hat 34 Stunden, ihre Woche 30 Plätze.
  • Es gibt mehr Unterricht als Menschen. Für Mathematik braucht die Schule 96 Stunden, die befähigten Lehrkräfte haben zusammen 80.
  • Die Sperrzeiten lassen zu wenig Raum. Eine Lehrkraft soll 20 Stunden geben, kann aber nur an 16.
  • Regeln, die sich gegenseitig ausschliessen. „Hauptunterricht in der 1. und 2. Stunde“ und „Mathematik nicht nach dem Hauptunterricht“ und „Mathematik nur vormittags“.

Prilog prüft vieles davon schon vor dem Rechnen — in der Bereitschaft — und nennt im Protokoll eines Laufs den Grund, wenn es ihn findet. Die Lösung ist immer dieselbe: eine Muss-Regel lockern, eine Tatsache korrigieren, neu rechnen. Der erste Lauf ist selten der letzte.

Was Prilog nicht weiss ​

Prilog weiss, was eingetragen ist. Es weiss nicht, dass die 9c in diesem Jahr Ruhe braucht, dass zwei Kolleginnen gut zusammenarbeiten, dass Herr Okafor sich nie beschwert, obwohl es ihm zu viel wird.

Deshalb gehört zum Planen immer auch das Gespräch: mit dem Kollegium vor dem Planen, mit den Betroffenen vor dem Übernehmen. Der beste Plan ist der, den die Menschen, die mit ihm leben, mitgetragen haben.

Dieselbe Idee, verschiedene Wörter ​

An verschiedenen Stellen in Prilog begegnet Dir dieselbe Unterscheidung unter anderen Namen:

Wo„Muss“ heisst dort„Wunsch“ heisst dort
Auto-Planharte Regelweiche Regel, Strafpunkte
Bereitschaft (vor dem Rechnen)Blocker — verhindert jeden PlanWarnung — macht ihn schlechter
Prüfung beim ÜbernehmenKonflikt (rot)Hinweis (gelb)

Und noch zwei Wörter, die oft verwechselt werden: Ein Schuljahr im Planer ist ein Arbeitsstand, eine Variante. „Neues Schuljahr anlegen“ legt eine neue Variante an; es kann für dasselbe Jahr mehrere geben, gelten kann nur eine.

Wie es weitergeht ​